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21.01.2004

Arbeitsplatz in Bewegung

 

Die Arbeitsbedingungen in Warten, Leitständen, Prozessleitständen sind häufig dadurch charakterisiert, dass sie für die Beschäftigten mit besonderen psychischen und mentalen Beanspruchungen einhergehen, die Stress auslösen. Während im „Normalbetrieb“ in der Regel keine besonderen Stressbelastungen anzutreffen sind, entsteht teilweise extremer Stress in kritischen Betriebssituationen, die durch technische Störungen, Notfälle, Einsätze und vieles mehr ausgelöst werden können. Was können die Beschäftigten und die verantwortlichen Führungskräfte dazu beitragen, dass dieser Stress nicht gesundheitsschädlich wirkt, sondern ggf. durch Gestaltung der Arbeitsorganisation und des Arbeitsplatzes gemindert oder abgebaut werden kann? Wie kann Bewegung am Arbeitsplatz mit helfen, Stress abzubauen?

.... Arbeitsorganisation und soziale Beziehungen
Eine Reihe von Faktoren sind in den letzten Jahren als Stressfaktoren identifiziert worden, die der Arbeitsorganisation geschuldet sind (Frese et al. 1996, Isic et al. 1999, Rau & Roßner 1994, Richter, P. 2002, Richter, G. 2002, Sust et al. 2002, Zapf et al. 1999):
· Unterforderung – die Aufgaben sind zu einfach oder zu monoton, wie beispielsweise Überwachungstätigkeiten, bei denen sich relativ schnell Probleme mit der Aufrechterhaltung der notwendigen Aufmerksamkeit ergeben (Vigilanz)
· Überforderung – zu viele und / oder zu komplexe Aufgaben für die Kompetenz des betreffenden Mitarbeiters, Verarbeitung großer Informationsmengen, die ggf. grafisch nicht hinreichend den ergonomischen Anforderungen entsprechen (vor allem bei Steuerungstätigkeiten), zu unpräzise formulierte Aufgaben
· einseitige körperliche (ausschließlich Dateneingabe) und/oder mentale Belastungen (z.B. Bedienung von „Problemkunden“, rasche Entscheidungsprozesse bei Störfällen in Warten oder bei kritischen Einsätzen in Leitständen)
Man kann also davon ausgehen, dass Stress mehr oder weniger ständiger Begleiter der Arbeitssituation ist. Im Sinne einer Verhaltensprävention ist es daher wünschenswert, Bedingungen bereit zu stellen, die eine Reduzierung der Stressfolgen erlauben. Das bedeutet unter anderem die Möglichkeit, die physiologischen Folgen des Stresses durch Aktivität – Bewegung – ausagieren zu können.

Bewegung als Möglichkeit des Stressabbaus?

Tatsächlich werden aber nahezu alle Tätigkeiten in Leitständen und Warten, wie an allen anderen Bildschirmarbeitsplätzen relativ bewegungsarm, das heißt, sie werden im Sitzen ausgeübt.
Aus Befragungen bezüglich der wahrgenommenen Belastungs- und Beanspruchungssituation wird deutlich, dass sitzen als dauerhafte Arbeitshaltung im Vergleich zum Stehen bevorzugt wird. Wenn jedoch nahezu ausschließlich gesessen wird, empfinden Büroangestellte Tätigkeiten, die auch im Stehen erledigt werden können, zunehmend als angenehm (Steiner, 1996; Krüger, 1996). Diese Erkenntnisse aus Büroarbeitsplätzen lassen sich auf Tätigkeiten an Leitständen und Warten übertragen.

Bewegung ... an Bildschirmarbeitsplätzen: Nicht nur im Büro
Bildschirmarbeitsplätze werden zunächst vor allem mit Büroarbeitsplätzen in Verbindung gebracht. Die Weiterentwicklung der modernen Technologien führt aber dazu, dass Bildschirmarbeitsplätze im Sinne der Verordnung mittlerweile auch dort vorzufinden sind, wo sie üblicherweise nicht erwartet werden: im Produktions- bzw. produktionsnahen Bereichen, in Leitwarten, Überwachungszentralen, an medizinischen Großgeräten in Krankenhäusern und Kliniken. Dabei teilen nahezu alle diese Arbeitsplätze das gleiche Grundproblem – den Bewegungsmangel bei gleichzeitig hoher Stressbelastung.
Im Fokus der Aufmerksamkeit zur Behebung des Bewegungsmangels steht zunächst das Sitzen selber – Stichwort „Dynamisches Sitzen“. Beispielsweise werden häufig Sitzkonzepte mit größerem Öffnungswinkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel empfohlen (Hochsitzer). Deren Einsatz ist eindeutig ein Vorteil, aber selbst dynamisches Sitzen ist noch nicht allein geeignet, Stressabbau durch Bewegung zu fördern. Damit dürfte hinreichend deutlich werden, dass Bewegung an Bildschirmarbeitsplätzen – auch für den Stressabbau – mehr bedeutet, als dynamisches Sitzen. Vielmehr ist gefordert, auch „Bürositzer“ zu Bewegung zu veranlassen. Dies ist durchaus mehrstufig zu denken:
· Vor allem sollte ein häufiger Wechsel der Körperhaltungen von Sitzen zu Stehen genutzt werden – von der Körper„haltung“ zur Körper„bewegung“. Hierzu werden höhenverstellbare Tische benötigt, die einen raschen und einfachen Wechsel der Körperhaltungen ermöglichen. Damit kann der Beschäftigte selbst entscheiden, welche Tätigkeiten er im Sitzen (z.B. Bildschirmarbeit) oder im Stehen (z.B. Telefonieren, Besprechungen führen etc.) ausüben will.

Bewegung ... bei Steuerungs- und Überwachungstätigkeiten
Diese Tätigkeiten sind gekennzeichnet durch
· Kontinuierlich hohe Anforderungen an Konzentration / Aufmerksamkeit, beispielsweise durch Plausibilitätsprüfungen, Datenabgleich, Identifizierung und Interpretation abweichender Daten,
· Hohe Anforderungen an Langzeit- und Arbeitsgedächtnis, beispielsweise durch Kenntnisse über Prozessabläufe, Qualitätsstandards, Prozesszustände, Eingriffsarten, Eingriffszeitpunkte, Bedienungsabläufe u.ä.m.
· Hohe Anforderungen an Planungs-, Problemlösungs- oder Rechenprozesse, wobei es zwingend auf Korrektheit und Vollständigkeit der Zwischenergebnisse ankommt, beispielsweise bei Entscheidungen über Art und Umfang von Eingriffen in die Prozessabläufe, Koordination von Prozessträgern
· Hohes Maß an Verantwortung
Gleichzeitig sind diese Tätigkeiten häufig durch ein hohes Maß an Monotonie gekennzeichnet. Aktivitäten sind erst bei Abweichungen von Normwerten erforderlich. Wenn diese Abweichung gleichzeitig die Überschreitung von Grenzwerten darstellt, ist es häufig notwendig, unverzüglich ein Bündel von Maßnahmen zu realisieren. In der Regel werden solche Grenzwert-Überschreitungen visuell und akustisch angezeigt. Diese Warnsignale haben vor allem die Funktion, die Beschäftigten in schnelle erhöhte physische und mentale Leistungsbereitschaft zu versetzen: Erhöhung der Herzschlagrate, erhöhter Ausstoß an Adrenalin und Noradrenalin etc., mit anderen Worten eine typische Stresssituation. Die als Reaktion erfor-derlichen Aktivitäten seitens des Beschäftigten sind allerdings überwiegend kognitiver Art: also Entwerfen von Problemlösungsstrategien, Aktualisieren notwendiger Handlungspläne aus dem Gedächtnis, Umsetzung in entsprechende Handlungen etc. Die physische Leistungsbereitschaft läuft dagegen weitgehend ins Leere, da die erforderlich Maßnahmen kaum erhebliche physische Aktivitäten erfordern, die zum Abbau von Stressreaktionen geeignet wären. Auch wenn in kritischen Situationen die Beschäftigten an ihren Arbeitsplatz gebunden sind, sollte jede Gelegenheit zur physischen Aktivität, zum Ausagieren genutzt werden. Dazu gehört vor allem die Möglichkeit, zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln, also die Nutzung von der Körper„haltung“ zur „–bewegung“. Darüber hinaus erlaubt das Stehen ohnehin mehr Bewegungen, da zwangsläufig mehr Freiheitsgrade gegeben sind. Es ist zu bedenken, ob das Hochfahren der Tische nicht auch gewissermaßen automatisch geschehen kann – etwa durch Koppelung von Tischhöheneinstellung mit Warnsignalen: Wenn Warnsignale ertönen, fahren auch automatisch die Tische hoch. Visuelle und akustische Signale werden damit auch auf der kinästhetischen Ebene wiederholt.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass gerade bei überwiegend sitzenden und/oder relativ monotonen Tätigkeiten Bewegung zum Abbau etwaiger Stresssymptome beiträgt und Muskel- und Skeletterkrankungen vorbeugt.


Autor: Dieter Lorenz, Charlotte A. Sust & Norbert Kirsch
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